Kreatives Schreiben

Gedichte und packende Geschichten!


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Wie jeden Tag um diese Zeit trat ich raus in die sanfte Mittagssonne und blinzelte leicht wegen des Lichtunterschiedes zwischen dem Schulhaus und dem Pausenhof. Ein leises Plätschern drang an mein Ohr und mit einigem Vergnügen wand ich mich den Wasserkugeln zu, die in dieser Spätsommerzeit fast jeden Tag eingeschaltet waren. Trotzdem sie das trockene, künstlich angelegte Flussbett zwischen den beiden Schulgebäuden nicht befeuchten konnten, hörte ich dem sanften Plätschern und Tröpfeln gerne zu, während ich mit meiner kleinen Gießkanne bewaffnet zwischen den Pflanzen des Hofes hin- und herschritt.

Ja, ihr habt richtig gehört: Nicht der Hausmeister und seine Helfer opfern sich für diese Pflanzen auf, nein, ich höchstpersönlich habe seit einigen Jahren das Gärtnern für mich entdeckt! Und entgegen dem gängigen Vorurteil, dass Teufel so etwas nicht können, bin ich sogar ziemlich gut darin. Ich darf mich vom Hausmeister nur nicht erwischen lassen, ansonsten könnte ich ziemliche Probleme bekommen. Ein kleiner Teufel an einer staatlichen Lehranstalt? Was wäre das für ein Skandal!

Als wenn die Rabauken noch ein schlechtes Vorbild wie mich bräuchten. Was diese Kinder heutzutage alles zustande bringen, ist unglaublich. Aber was geht es mich an, denke ich mir immer und sehe mit Grausen die Zukunft des Landes den Bach heruntergehen.

Hach! Verdammt! Ich hatte mir geschworen nicht politisch zu werden. Na ja, was soll’s. Was geschehen ist, ist geschehen. Obwohl ich es wirklich nicht tun wollte, denn bei diesem Thema bin ich sehr empfindlich.

Kehren wir also wieder zurück zu dem Mittag des letzten Donnerstags. Es war einer dieser Tage, wo man am liebsten in der Sonne lag und den Wolken zusah, wie sie ihren Weg über den Himmel fanden. Ich hatte aber Wichtigeres zu tun, als gedankenlos in die Luft zu starren. Meine Gießkanne in der einen Hand und einen kleinen Spaten in der anderen ,fing ich an meine Runde zu drehen.

Zuerst besuchte ich die Hagebuttensträucher neben dem Eingangstor und stattete nebenher auch dem Baum, der von einer indischen Delegation, mit der diese Schule eine Partnerschaft hatte, gepflanzt worden war, einen Besuch ab, um sicherzugehen, dass er weiterhin genauso wie diese Partnerschaft gedeihen würde. Ich habe oft daran gedacht, einmal mit nach Indien zu fahren um diese andere Schule zu besuchen und zu sehen, ob sie dort auch solche schöne Pflanzen haben wie wir hier, aber dann konnte ich mich nie dazu aufraffen. Insgeheim bin ich doch ein sehr sesshafter Teufel.

Ich hatte meine Runde fast beendet und hing schon anderen Gedanken nach, als ich sie entdeckte!! Doppelt so groß wie ich ragten ihre grünen Fächer gen Himmel, als würden sie wie anklagende Zeigefinger nach oben deuten. Ihren Stamm umgaben, wie feine Spinnweben, die Fasern ihres Holzes und im unteren Bereich waren ihre Fächer zerrupft und hatten ,im Gegensatz zum restlichen, strahlendem Wiesengrün, einen verwaschenen Graustich.

Ungläubig starrte ich die Pflanze an und rieb mir nochmals die Augen, ehe ich mit all meiner Verwunderung ausrief: „Was macht denn diese Palme hier?“

Langsam trat ich näher und regte mich schon innerlich darüber auf, dass man Palmen nicht einfach in einer gemäßigten Klimazone aussetzte, als ein lautes, aufdringliches Piepsen neben der Pflanze meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Halb in der Erde vergraben, leuchtete ein seltsamer Gegenstand hektisch vor sich hin. Prüfend stupste ich das metallisch glänzende Ding mit meinem Spaten an und als keine Reaktion eintrat, klopfte ich forscher auf das Ding ein.

Wenige Sekunden später hörte es auf wie wild zu blinken und zu lärmen. Nun lag es ,immer noch mit Dreck beschmiert, neben der Palme und rührte sich nicht mehr.

Ich legte meinen Spaten aus der Hand und bückte mich danach. Als ich den gröbsten Dreck entfernt hatte, blitzte ein ovaler metallischer Gegenstand in der Sonne auf. Ein schwarzes Display befand sich über drei schwarzen Tasten und aus dem oberen Teil ragten zwei Antennen.

Aufseufzend steckte ich den Gegenstand in meine Hosentasche. War ja klar! Irgendein Schüler hatte sein Handy verloren und ausgerechnet ich musste mich nun um den Sondermüll kümmern. Grummelnd stampfte ich in Richtung Schulgebäude und würdigte selbst die Palme keines weiteren Blickes. Sollte sie selbst zusehen wie sie zurechtkam. Ich war wütend.

 

– Yukima –


Der Bücherwurm (Gedicht zu 2. Episode)

17. Oktober 2012 von Homepage AG

 


Jetzt wacht er auf

Und Luigi kommt zu ihm herauf.
Er sagt „Hey“,
komm doch zum Sportfest mit.
Wurmi sagt,
ich bin aber leider nicht fit.

 

Luigi geht jetzt allein zum Sportfest
Und freut sich auf jeden sportlichen Test.
Auf Tagoria gibt es nämlich keinen Sport,
davon ist er jetzt weit fort.
Mit dem Schneckenleib bereit für’s Fest
Freut er sich auf jeden Test.
 

Mit der Erwärmung er begann,
merkte er,
dass er ohne Füße gar nichts kann.
Plötzlich fühlte er sich
Wie ein kleines armes Lamm.
Er sah die vielen Läufer an
Und fragte sich
Ob er so etwas vielleicht auch kann.
 

Er ging dahin
Und fragte ein Kind
Wo er den Linienlauf beginnt.
Sie sprach geh nach hinten,
dann wirst du die Station finden-
er bedankt sich und geht.

Verfasser ist Tanja Schaaf (11 Jahre alt).


 

Der große Tag war gekommen! Heute würde ich zusammen mit Schülern der Tagore-Schule am sogenannten Sportfest teilnehmen. Da es auf meinem Planeten so etwas wie Sport nicht gab, war ich sehr gespannt auf die Dinge, die mich erwarten würden. „Beeilt euch bitte, alle auf den Sportplatz!“, rief ein Lehrer mit leicht gehetztem Gesichtsausdruck in der Nähe und winkte mich auf einen umzäunten Platz, der bereits mit einer Menge anderer Schüler erfüllt war.

Überall sah ich orangene T-Shirts mit dem Tagore-Logo und fühlte mich, da ich ja selbst solch ein Oberteil trug, richtig wohl in der Menge. Plötzlich fing die Luft an zu vibrieren und mir war, als würde meine Substanz erzittern. Der Ursprung des Lärmes schienen riesige schwarze Boxen zu sein, die ich nun fast überall entdeckte. Ein Schüler, der gerade neben mir stand, konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Gefällt dir die Musik etwa nicht? Keine Sorge, mit der Zeit gewöhnt man sich schon daran.“, versuchte er mich zu ermuntern. „Hoffentlich…“, murmelte ich und beobachtete, wie eine komplett in schwarz gekleidete Frau vor die Masse trat und anfing, rhythmische Bewegungen auszuführen. Wozu sollte das gut sein? Mit Erstaunen stellte ich fest, dass die Schüler um mich herum begannen, die Übungen nachzuahmen.

Ohne wirklich den Zweck des Ganzen zu kennen, versuchte ich es ebenfalls. Dort, wo sie Übungen mit den Beinen machte, musste ich leider passen – ich habe ja statt menschlicher Beine ein schneckenähnliches Unterteil. Nachdem das Gehampel endlich beendet war, wurde das Sportfest offiziell eröffnet.

Man sagte mir, dass ich zwar noch nicht auf einer Liste stehe, aber durchaus als Ersatz für fehlende Schüler einspringen könnte. Erfreut über diese Nachricht suchte ich eine in der Nähe liegende Station auf und las verwirrt die Bezeichnung dieser Sportart. Eine Schülerin mit eingegipstem Arm erklärte mir freundlicherweise kurz die Regeln der Station, die sich „Gummistiefel -Weitwurf“ nannte. Hier sollten die Sportler also wirklich mit Fußbekleidung werfen? „Du kannst es gerne auch versuchen!“, bot sie mir an und reichte mir zwei L- förmige Objekte. Den ersten Schuh warf ich recht vorsichtig, doch der zweite erreichte durch etwas mehr Kraft eine recht annehmbare Weite. Als ich jedoch die Würfe der Tagoreschüler sah, musste ich erkennen, dass ihre Werte weitaus höher waren, als meine. Ich beschloss deswegen eine andere Station aufzusuchen. Diese wurde als „Linienlauf“ bezeichnet und machte mich neugierig. Um nicht wie zuvor, eine Blamage zu erleiden, beobachtete ich zuerst die Erdlinge an der Station, die, scheinbar keinem Plan folgend, wirr hin und her rannten. Nein, so etwas war nichts für mich! Kopfschüttelnd setzte ich meinen Weg fort, der mich schließlich zum „Seilspringen“ führte. Hier sprangen die Sportler in einem rasanten Tempo über bunte Bänder, die ab und zu auf dem Boden knallten. Ohne Vorwarnung gab mir ein erschöpfter Schüler sein benutztes Seil und verschwand wortlos in der Menge. „Und los!“, rief eine Stimme und das Knallen der bunten Seile setzte wieder ein. So wie die Schüler um mich herum nahm ich je ein Seilende in eine Hand und ließ es in die Luft sausen. Als ich versuchte zu springen, passierte jedoch nichts. Lediglich meine Substanz wabberte ein wenig. So oft ich es auch probierte – mein Unterteil wollte sich einfach nicht vom Boden lösen. „Uuuuuuund Stopp“, rief der Betreuer der Station erneut und ich gab mein Seil einem Anderen. Traurig schlurfte ich zum nächsten Stand, der ein Schild mit der Aufschrift „Mannschaftsdreierhop“, trug.

Mit neuem Mut mischte ich mich unter eine Mädchengruppe, die gerade auf dem Weg zur besagten Station waren. Im Schatten saßen mehrere Mädchen und eine Lehrerin, die sich regelrecht auf uns stürzten, als wir in die Nähe kamen. „Kommt nur zu uns!“, riefen sie begeistert und in einer Ecke hörte ich eine der Betreuerinnen sagen: „Jetzt haben wir endlich wieder etwas zu tun“. Freundlich, ja sogar fast dankbar für unsere Anwesenheit erklärte man uns die Regeln, ehe wir starten durften. Nachdem das erste Mädchen die Übung vorgemacht hatte, stöhnte ich genervt auf. Konnte man denn auf diesem Sportfest nichts ohne diese Füße machen? Statt also mitzumachen, feuerte ich die Springerinnen an und war erstaunt, wie weit die Gruppe kam. Auch wenn jeder Einzelne unterschiedlich weit sprang, war das Endergebnis eine Freude für die ganze Gruppe. „Luigi“, fragte mich eines der Mädchen, mit dem ich die Mannschaft angefeuert hatte, „willst du uns nicht noch mit zum Tauziehen begleiten?“ Beschämt blickte ich zu Boden und zeigte auf meinen Unterkörper. „Weißt du, ich glaube ich bin nicht so für Seilsportarten zu gebrauchen“. Doch das Mädchen schenkte mir ein freundliches Lächeln und ermutigte mich mit den Worten, dass ich bei der nächsten Station ganz sicher meinen Spaß haben würde. So begleitete ich meine neu gewonnene Freundin und ließ mir von ihr die Regeln des Tauziehens erklären. „Und man muss wirklich nicht springen können?“, wollte ich wissen und erhielt sogleich eine Bestätigung. Toll! Sehnsüchtig wartete ich darauf, dass wir aufgerufen wurden und war sofort bereit, als es losgehen sollte.

Mit festem Griff packte ich das raue, dicke Seil und nahm mir vor, es unter keinen Umständen loszulassen. Ein Pfiff erklang und sofort ging ein heftiger Ruck durch das Seil. Verbissen zerrte ich an dem dicken Ende und stellte erleichtert fest, dass die Kraft der gegnerischen Gruppe zu schwinden schien. Noch ein paar Meter und….wir hatten gewonnen! Um uns klatschte die Menge und meine Mannschaft jubelte. „Welche Stationen könntest du mir noch empfehlen?“, fragte ich das Mädchen, welches mich bereits zum Tauziehen überredet hatte. „Hm…du warst ja bisher schon an ziemlich vielen Stationen. Die, die du noch nicht besucht hast, ist Fußball.“, erzählte sie mir und warf mir einen besorgten Blick zu. „Oh“, begriff ich, „Zum Fußball braucht man auch menschliche Füße, nicht wahr?“ Mit einem Nicken stimmte sie dem zu, doch schon hatte sich auf ihr junges Gesicht wieder ein Lächeln gelegt. „Luigi, wie wäre es, wenn wir ein Wettrennen veranstalten? Nur wir beide. Es ist zwar keine eigene Station, aber wir können es ja nur zum Spaß machen.“, schlug sie vor. Ihr Aufmunterungsversuch gelang. Wenige Minuten später standen wir an einer weißen Linie und warteten auf das Signal zum Start, das uns eine Freundin von ihr geben wollte. Als diese laut in die Hände klatschte, rasten wir los. Die Schritte meiner Gegnerin waren weit und lang, doch auch ich konnte mit ihrem Tempo gut mithalten. Denn auch wenn mein Unterkörper wie der einer Schnecke beschaffen ist, bedeutet dies nicht auch, dass er ebenso langsam ist. Kurz vor der Ziellinie schaffte ich es in Führung zu gehen und kam tatsächlich zuerst in der Ziellinie an, wo ich mich erschöpft auf den Boden sinken ließ. War das anstrengend gewesen! Nur mit Hilfe von in der Nähe stehenden Schülern konnte mich aufrichten. Schwindel überkam mich und ließ mich schwanken. Anscheinend gab es einen guten Grund, warum es auf Tagoria keinen Sport gab!

Ohne es zu bemerken, war der Nachmittag angebrochen und ein starkes Hungergefühl überkam mich. Meine Nase führte mich schließlich zu einer Anordnung von Tischen, an denen ein zangenschwingender Lehrer kunstvoll rohe Fleischmassen in etwas Essbares verwandelte. Meine Augen wurden vor Neugier immer größer, bis auch der Lehrer es bemerkte und mir schließlich eine Gratis-Wurst gab. Freudestrahlend bedankte ich mich bei ihm und genoss die irdische Spezialität, während ich mich auf den Rückweg machte. Kurz bevor ich den Sportplatz verlassen konnte, drang eine Stimme aus den Boxen und machte auf den Diebstahl einiger Handys aufmerksam. „Hier gibt es Diebe?“, wunderte ich mich und konnte es mir bei den ganzen netten Bekanntschaften, die ich heute gemacht hatte, gar nicht vorstellen. Sicherheitshalber griff ich nach meinem Multifunktionsschlüssel und war überrascht, als ich ihn nicht mehr fand. Konnte es wirklich sein, dass mich einer dieser Menschen bestohlen hatte? Traurig schlurfte ich zum Sekretariat , um den Verlust zu melden. Wie sich später herausstellen würde, war mein Schlüssel  zu dieser Zeit bereits in guten Händen.

~CUC


An das Publikum

19. September 2012 von Homepage AG

 

Hallo liebes Publikum,
Ihr seid ja wirklich so dumm.
Was zieht ihr euch denn alles rein,
Pro7, RTL, wozu soll das denn sein?
Wer sieht denn heut‘ noch die Tagesschau,
liest die Welt und macht sich schlau?

Die Gewöhnung ist’s, die euch so versaut,
die euch bringt zu DSDS und Assi-TV.
Ihr habt sowas einfach zu oft gesehen
und jetzt muss es immer so weiter geh’n.

Ja liebes Publikum, was hat euch so vermüllt?
Da ist’s, Ihr habt eure Bildung aus der BILD!

Erik Stiegemann (25.08.2011)


Leise surrend glitt mein Raumschiff an fremden Galaxien und einigen unbewohnten Meteoriten vorbei. Aus den großen Bullaugen, die es nur bei dem Model Astrofly3000 gab, hatte ich eine wunderbare Sicht auf die Sterne und Planeten, die ich dank meines erst kürzlich gemachten Flugscheines nun öfter sehen würde. Ich befand mich auf einer Reise, die auf meinem Planeten ein wichtiger Bestandteil des Lebens war. Jedes Mal, wenn einer von uns alt genug war, um sein eigenes Raumschiff zu fliegen, musste er mit diesem ein ganzes Jahr auf einem anderen Planeten verbringen, um dort Erfahrung zu sammeln. Da mein Heimatplanet Tagoria schon seit Jahrhunderten engen Kontakt zu einer Schule mit ähnlich klingendem Namen auf der Erde pflegte, lenkte ich mein Raumschiff direkt auf diesen Planeten zu. Schon bald erblickte  ich die blaue Kugel in der Ferne, die von mehreren grünen Flecken überzogen war. weiter …


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