Kreatives Schreiben

Gedichte und packende Geschichten!


3. Episode der Tagorianischen Sagenwelt – Ein seltsamer Fund –

Mittwoch, 17. Oktober 2012 um 15:01 Uhr von Homepage AG

 

Wie jeden Tag um diese Zeit trat ich raus in die sanfte Mittagssonne und blinzelte leicht wegen des Lichtunterschiedes zwischen dem Schulhaus und dem Pausenhof. Ein leises Plätschern drang an mein Ohr und mit einigem Vergnügen wand ich mich den Wasserkugeln zu, die in dieser Spätsommerzeit fast jeden Tag eingeschaltet waren. Trotzdem sie das trockene, künstlich angelegte Flussbett zwischen den beiden Schulgebäuden nicht befeuchten konnten, hörte ich dem sanften Plätschern und Tröpfeln gerne zu, während ich mit meiner kleinen Gießkanne bewaffnet zwischen den Pflanzen des Hofes hin- und herschritt.

Ja, ihr habt richtig gehört: Nicht der Hausmeister und seine Helfer opfern sich für diese Pflanzen auf, nein, ich höchstpersönlich habe seit einigen Jahren das Gärtnern für mich entdeckt! Und entgegen dem gängigen Vorurteil, dass Teufel so etwas nicht können, bin ich sogar ziemlich gut darin. Ich darf mich vom Hausmeister nur nicht erwischen lassen, ansonsten könnte ich ziemliche Probleme bekommen. Ein kleiner Teufel an einer staatlichen Lehranstalt? Was wäre das für ein Skandal!

Als wenn die Rabauken noch ein schlechtes Vorbild wie mich bräuchten. Was diese Kinder heutzutage alles zustande bringen, ist unglaublich. Aber was geht es mich an, denke ich mir immer und sehe mit Grausen die Zukunft des Landes den Bach heruntergehen.

Hach! Verdammt! Ich hatte mir geschworen nicht politisch zu werden. Na ja, was soll’s. Was geschehen ist, ist geschehen. Obwohl ich es wirklich nicht tun wollte, denn bei diesem Thema bin ich sehr empfindlich.

Kehren wir also wieder zurück zu dem Mittag des letzten Donnerstags. Es war einer dieser Tage, wo man am liebsten in der Sonne lag und den Wolken zusah, wie sie ihren Weg über den Himmel fanden. Ich hatte aber Wichtigeres zu tun, als gedankenlos in die Luft zu starren. Meine Gießkanne in der einen Hand und einen kleinen Spaten in der anderen ,fing ich an meine Runde zu drehen.

Zuerst besuchte ich die Hagebuttensträucher neben dem Eingangstor und stattete nebenher auch dem Baum, der von einer indischen Delegation, mit der diese Schule eine Partnerschaft hatte, gepflanzt worden war, einen Besuch ab, um sicherzugehen, dass er weiterhin genauso wie diese Partnerschaft gedeihen würde. Ich habe oft daran gedacht, einmal mit nach Indien zu fahren um diese andere Schule zu besuchen und zu sehen, ob sie dort auch solche schöne Pflanzen haben wie wir hier, aber dann konnte ich mich nie dazu aufraffen. Insgeheim bin ich doch ein sehr sesshafter Teufel.

Ich hatte meine Runde fast beendet und hing schon anderen Gedanken nach, als ich sie entdeckte!! Doppelt so groß wie ich ragten ihre grünen Fächer gen Himmel, als würden sie wie anklagende Zeigefinger nach oben deuten. Ihren Stamm umgaben, wie feine Spinnweben, die Fasern ihres Holzes und im unteren Bereich waren ihre Fächer zerrupft und hatten ,im Gegensatz zum restlichen, strahlendem Wiesengrün, einen verwaschenen Graustich.

Ungläubig starrte ich die Pflanze an und rieb mir nochmals die Augen, ehe ich mit all meiner Verwunderung ausrief: „Was macht denn diese Palme hier?“

Langsam trat ich näher und regte mich schon innerlich darüber auf, dass man Palmen nicht einfach in einer gemäßigten Klimazone aussetzte, als ein lautes, aufdringliches Piepsen neben der Pflanze meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Halb in der Erde vergraben, leuchtete ein seltsamer Gegenstand hektisch vor sich hin. Prüfend stupste ich das metallisch glänzende Ding mit meinem Spaten an und als keine Reaktion eintrat, klopfte ich forscher auf das Ding ein.

Wenige Sekunden später hörte es auf wie wild zu blinken und zu lärmen. Nun lag es ,immer noch mit Dreck beschmiert, neben der Palme und rührte sich nicht mehr.

Ich legte meinen Spaten aus der Hand und bückte mich danach. Als ich den gröbsten Dreck entfernt hatte, blitzte ein ovaler metallischer Gegenstand in der Sonne auf. Ein schwarzes Display befand sich über drei schwarzen Tasten und aus dem oberen Teil ragten zwei Antennen.

Aufseufzend steckte ich den Gegenstand in meine Hosentasche. War ja klar! Irgendein Schüler hatte sein Handy verloren und ausgerechnet ich musste mich nun um den Sondermüll kümmern. Grummelnd stampfte ich in Richtung Schulgebäude und würdigte selbst die Palme keines weiteren Blickes. Sollte sie selbst zusehen wie sie zurechtkam. Ich war wütend.

 

– Yukima –

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